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Datensicherheit

Scareware und Conficker
Internetexplorer Hijacker
Begriffsdefinition Datensicherheit
Bedeutung der Datensicherheit in Ihrem Unternehmen
Was ist ein fehlertolerantes System?
Softwaremäßige Fehlertoleranz
Hardwaremäßige Fehlertoleranz
RAID Systeme
Datensicherung (Backup)
Sicherungsstrategie
Archivierung
Datenschutz / Zugriffsrechte
Rechtliches zur Datenhaltung (Abgabenordnung §§ 145 - 147)
Rechtliches bei Datenverlusten nach Wartungsarbeiten
Lexikon Begriffe rund um Datensicherheit
 

Scareware und Conficker

Mit Scareware-Produkten wie "Antivirus 2009", "Malwarecore", "WinDefender", "WinSpywareProtect", "XPDefender" oder aber eben "SpywareProtect2009" verdienen Betrüger viel Geld. Zunächst wird dem Anwender ein kleines Programm untergejubelt, das nervige Pop-up-Informationen über eine angebliche Infektion des PCs anzeigt - solange, bis unbedarfte Anwender weichgekocht sind und Geld für dubiose Antiviren-Produkte zahlen, die meist mit Namen aufwarten, von denen man glaubt, sie schon einmal gehört zu haben.

Der Conficker Wurm baut ein Botnetz auf und verteilt sich auf mehreren Kommunikationswegen auf viele Rechner um anschließend besagte Scareware (Spywareprotect) zu installieren.


Internetexplorer Hijacker

Ein Browser-Hijacker lenkt den Browser automatisch auf nicht gewünschte Internetseiten um. Dabei werden Sicherheitslücken im Internetexplorer ausgenutzt. Der Hijacker setzt eine Reihe von Windows-Registry-Schlüssel um und verändert dadurch die Browsereigenschaften.

Als Abwehrmaßnahme eignen sich nachfolgende Tools. Diese sollten jedoch nur von erfahrenen EDV-Administratoren eingesetzt werden, da eine Fehlbedienung die Funktion Ihres Computers beeinträchtigen kann! Sie ersetzen im übrigen keine Virenscanner sondern ergänzen diese!

Ad-Aware,  Spybot,  Spywareblaster CWShredder  und  HijackThis.

Ein neuer sehr agressiver Hijacker leitet die leere Startseite im Internetexplorer auf eine Art Suchmaske um: about:blank -> ...\sp.html Der Schädling ist bekannt als "Coolwebsearch oder kurz "CWS". Die oben aufgeführten Tools eignen sich leider nicht zum Entfernen. "Merkwürdigerweise" haben wir auch nach Infektionen Popupfenster mit Werbung für Spykiller2004 gesehen. Diese Software lässt sich zunächst ohne Probleme installieren und ausführen. Wenn nach dem Scanvorgang der Clean-Button gedrückt wird, öffnet sich ein Browserfenster auf die Herstellerseite. Erst nach dem Kauf des Produktes lässt sich anschließend die von dem Tool erkannte Spyware entfernen. Wir können nur davon abraten !!!

Wenn das nicht hilft eine mögliche Lösung nur für Experten: Der CWS-Hijacker arbeitet nach folgendem Prinzip: Zunächst wird eine DLL mit zufälligem Namen in das Windows\System32-Verzeichnis kopiert und ausgeführt. Zusätzlich wird ein Registry-Schlüssel erzeugt (ein BHO, BrowserHelperObject). Mit dem HijackThis Programm und anderen Spyware-Tools können die entsprechenden Registrey-Keys zwar gelöscht werden, aber die DLL erzeugt diese sofort oder verzögert erneut. Wir haben HijackThis ausgeführt um den Dateinamen der DLL heraus zu finden. In unserem konkreten Fall handelte es sich um die Datei affeo.dll. Zur Sicherheit haben wir die Datei kopiert (auch geöffnete Dateien können im Explorer kopiert werden), falls sie doch vom System benötigt wird. Diese Datei war durch den normaler Explorer (explorer.exe) ständig im Zugriff und konnte daher mit konventionellen Mitteln nicht gelöscht werden. Wir haben die Datei mit einem Spezialtool gelöscht. Dieses setzt einen Registry Key (PendingFileRenameOperations), welches nach einem Systemstart Dateien löscht oder umbenennt bevor ein Systemprozess darauf zugreift. Nach dem Neustart erscheint im erneuten HijackThis-Lauf die DLL als "Filemissing". Und ab dem Moment können die Keys endgültig gelöscht werden ohne neu zu entstehen. Das Löschtool gibt es hier:
NTREMOVE

Inzwischen gibt es auch Spyware mit vergleichbarer Technik. (z.B. webrates oder "winad client"). Der Trick liegt darin, das in mehreren Pfaden Dateien liegen die als Prozess automatisch gestartet werden. Löscht eine Antispyware die betreffenden Registrykeys oder löscht eine Datei so werden diese automatisch wieder hergestellt.

Um heraus zu finden welches Programm (genauer welcher Prozess) welche Dateien geöffnet hat steht das Tool Advanced Process Manipulation zur Verfügung. Nach der Installation starten und auf den gewünschten Prozess (z.B. c:\winnt\explorer.exe) klicken. Löschen oder verschieben verdächtiger Dateien wieder mit NTMOVE. Ein Beispiel: "c:\programme\gemeinsame dateien\microsoftshared\webfolders\1031\nsextint.dll"

Alternativ kann der Rechner auch mit ERDCommander von CD gestartet werden. Er ermöglicht das Suchen und Löschen beliebiger Dateien auf dem PC.



Begriffsdefinition Datensicherheit

Unter dem Oberbegriff Datensicherheit verstehen sich alle Maßnahmen, die den Verlust oder die Inkonsistenz von Daten verhindern bzw. ein Wiederherstellen ermöglichen. Außerdem müssen Daten vor unberechtigtem Zugriff geschützt sein.


Bedeutung der Datensicherheit in Ihrem Unternehmen

Um notwendige Sicherungsmaßnahmen abzuschätzen sollten Sie folgende Überlegungen anstellen:

- Wie hoch muss die Verfügbarkeit Ihrer EDV sein?
- Wie lange können Sie ohne EDV sinnvoll arbeiten?
- Für welchen Zeitraum können Daten manuell restauriert werden?
- Welchen finanziellen Wert haben Ihre Daten?


Was ist ein fehlertolerantes System?

Ein System das trotz Ausfall von Hardwarekomponenten oder Softwareabstürzen korrekt weiter arbeitet und die durch den Fehler entstandenen Datenverlusten korrigier oder zumindest konsistente Datenbestände sicherstellt.


Softwaremäßige Fehlertoleranz

Um Hardwarefehler bei Datenträgern zu erkennen und direkte Auswirkungen auf Daten zu vermeiden gibt es eine Reihe von Softwaretechnologien:

- Hotfixing (Reservebereiche auf Festplatten als Ersatz für defekte Sektoren)
- Disk-Mirroring (Plattenspiegelung)
- Software-Array (Diskarray-Technik in Software implementiert)
- Read-After-Write-Verify (Prüflesen, ob Daten korrekt geschrieben wurden)
- Transaction-Tracking (Transaktionsorientierte Datenverarbeitung)


Hardwaremäßige Fehlertoleranz

- Diskarrays (Verhalten sich wie eine große ausfallsichere Festplatte)
- Cluster (Ganze Rechnersysteme werden redundant betrieben)
 

Datensicherung (Backup)

Bei einer Datensicherung werden Daten und Programme von Festplatten auf Magnetbänder (Cartridges) oder optische Datenträger kopiert. Um höhere Datenvolumen sichern zu können, werden verschiedene Kompressionsverfahren eingesetzt. Reicht die Kapazität eines Datenträgers nicht aus, werden mehrere zu einem Datenträgersatz zusammen gefasst.

Eine Datensicherung ist aus folgenden Gründen notwendig:

Schutz vor Datenverlust (verursacht durch technische Defekte, Virenbefall, Fehlbedienung und Manipulation).

Wiederherstellung von Konfigurationen / installierte Programme nach Defekten oder Hardwareumstellungen.

Aus Sicherheitsgründen sollten immer mehrere Generationen von Medien vorgehalten werden. Wichtig ist dabei die Feuer- und diebstahlsichere Aufbewahrung. Was nützt Ihnen die beste Datensicherung im Brandfall, wenn die Bänder offen neben Ihrem Server liegen!



Sicherungsstrategie
Eine Datensicherung muss an die jeweilige Situation in einem Unternehmen angepasst werden. Dabei gibt es folgende Verfahren:
Vollsicherung: Dabei wird der gesamte Datenbestand gesichert. Vorteil: Im Störfall kann schnell eine komplette Rücksicherung (Restore) durchgeführt werden. Nachteil: Lange Sicherungszeit und hoher Kapazitätsbedarf.

Inkrementelle Sicherung: Dabei werden nur Daten gesichert, die sich seit dem letzten Backup verändert haben. Vorteil: Kurze Sicherungszeiten und niedriger Kapazitätsbedarf. Nachteil: Bei einer Rücksicherung sind mehrere Bänder notwendig, die in der richtigen Reihenfolge eingelegt werden müssen.

Außerdem muss festgelegt werden, was genau gesichert wird. Komplette Rechnersysteme (also auch installierte Programme) oder nur Anwendungsdaten. Besonders bei größeren Installationen ist auch wichtig, dass die einzelnen Benutzerrechte (Trustees) auf Verzeichnisse und Dateien korrekt mitgesichert werden.


Archivierung

Im Gegensatz zur Datensicherung ist die Aufgabe einer Archivierung, Daten über einen sehr langen Zeitraum verfügbar zu halten. Außerdem müssen die enormen Datenmengen durch Indexsysteme sinnvoll verwaltet werden, um ein leichtes und schnelles auffinden bestimmter Informationen ermöglichen.

Die Problematik bei der Archivierung liegt in den Datenträgern, Sicherungsgeräten und Betriebssoftware. Fallen ein Streamer oder Sicherungsmedien zur Datensicherung aus, werden sie einfach durch Neue ersetzt. Bei der Archivierung muss aber sichergestellt sein, dass Daten auch noch nach 10 Jahren lesbar sind. Auch neue Softwareversionen müssen abwärtskompatibel sein um Archive zu verwalten, die mit älterer Software aufgezeichnet wurde.

Nur LTO- und Jaguar-Bänder (IBM) sind für echte Langzeitarchivierung geeignet. Festplatten  sind ungeeignet weil Lager und Leseköpfe "fest sitzen" können wenn die Platte lange nicht betrieben wird! Es hilft also nichts, Platten in den Tresor zu legen!

Wenn sich die Daten sinnvoll in Blöcken unter 700MB aufteilen lassen, empfehlen wir das Brennen auf CD-R wobei nur Markenrohlinge verwendet werden sollten. Die Medien dürfen nicht beschriftet oder etikettiert werden und sollten einzeln in Cases aufbewahrt werden. Lagerung im Dunkeln zwischen 10° und 20° Celcius und trocken (20% bis maximal 50% relative Luftfeuchte). Wiederbeschreibbare Medien (CD-RW) sind ungeeignet!



Datenschutz / Zugriffsrechte

Ein wichtiger Aspekt in einem Netzwerk ist die Vergabe von Zugriffsrechten auf Daten. Die größten Schäden in Unternehmen entstehen nicht durch Hardwareausfälle oder Eindringlinge sondern durch Bedienfehler (versehentliches Löschen von Daten) oder (un-)bewusste Manipulation durch Mitarbeiter. Daher sollten jedem Mitarbeiter nur die Rechte eingeräumt werden, die er für seine Arbeit benötigt. Unabhängig von seiner Position!

Besonders bewusst oder unbewusst fehlerhaft veränderte Daten erweisen sich als sehr gefährlich, da sie oft lange Zeit nicht bemerkt werden. Hier hilft nur ein Backup oder besser eine Archivierung von bestimmten Datenbestände (Snapshots) um bei Bedarf vergleichen zu können.

In kritischen Bereichen wie Buchhaltung oder Konstruktion verwaltet eine Software die Daten Revisionssicher. Nachdem ein Monatsabschluss fertig gestellt wurde oder ein Werkstück fertig konstruiert ist, wird der Stand schreibgeschützt abgelegt.. Eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich. Soll beispielsweise das Werkstück noch einmal verändert werden, wird eine neue Revision (Kopie) angelegt mit der weiter gearbeitet wird. So lassen sich alle Änderungen genau verfolgen.


Rechtliches zur Datenhaltung (Abgabenordnung §§ 145 - 147)

Steuerrelevante Daten müssen seit dem 1.1.2002 zehn Jahre lang maschinell auswertbar vorgehalten werden (entsprechend dem BMF-Schreiben vom 16.7.2001). Dies bedeutet, dass eine Firma nicht nur die Daten, sondern auch Betriebsmittel (Programme und Rechner) lauffähig für Betriebsprüfungen zur Verfügung stellen muss. Wird ein System abgelöst, müssen die Daten in die neue EDV übernommen werden. Alternativ müsste ein altes System weiter betrieben werden was aber unpraktikabel ist (Stichwort Bedienung, Wartung???).

 

Unmittelbarer Datenzugriff:

Die Finanzverwaltung darf bei einer Betriebsprüfung unmittelbar auf die im Unternehmen eingesetzte Hard- und Software zugreifen.

 

Mittelbarer Datenzugriff:

Die Finanzverwaltung kann verlangen, dass die Unternehmen die gespeicherten Daten nach entsprechenden Vorgaben durch eigene, mit DV-Systemen vertraute Personen auswerten und zur Verfügung stellen.

 

Datenüberlassung in elektronischer Form:

Auf Verlangen sind die gespeicherten Daten der Finanzverwaltung auf einem maschinell lesbaren Datenträger zur Auswertung auf verwaltungseigenen DV- Systemen zu überlassen.


Rechtliches bei Datenverlusten nach Wartungsarbeiten

Sobald ein Auftraggeber auf Rückfrage eine Datensicherung bestätigt, dürfen sich IT-Unternehmen darauf verlassen! Zusätzliche Überprüfungspflichten vor Beginn von Reparaturarbeiten treffen sie nur bei ernsthaften und erkennbaren Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Datensicherung. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm (Az. 13 U 133/03) jüngst entschieden und die Klage eines Unternehmens wegen Verlustes wichtiger Daten abgewiesen. Des weiteren hat das Gericht geurteilt, dass Auftraggeber bei anstehenden Wartungsarbeiten an ihren EDV-Anlagen zur Sicherung tagesaktueller Daten direkt nach Feierabend und zur wöchentlichen Vollsicherung aller Daten verpflichtet sind.


 

 

 
     
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